#NO FEAR – Junge Triennale
Eine Veranstaltung der Ruhrtriennale

  • Do 30.08.18 20 Uhr
  • Fr 31.08.18 20 Uhr
  • Sa 01.09.18 20 Uhr

Für Zuschauer*innen ab 12 Jahren

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Publikumsgespräch jeweils im Anschluss an die Vorstellung

Tickets: 15 €/ erm. 8 €

Tickets über die Ruhrtriennale

„Wir haben keine Angst. Wir wollen alles.“ Muskeln spannen sich an. Das Herz schlägt schneller. Stresshormone werden ausgeschüttet. Angst! Angst ist urmenschlich, kann lebensrettend sein, sie hilft uns, Gefahren zu erkennen, zu reagieren; wir handeln entschlossen, ergreifen Schutzmaßnahmen, nehmen Herausforderungen an und mobilisieren Kräfte. Doch was, wenn Angst uns erstarren lässt? Wenn sie uns davon abhält, auf Menschen zuzugehen? Was, wenn Angst anerzogen wird? Angst kann Gesellschaften teilen, Menschen auseinanderbringen, Begegnungen erst gar nicht entstehen lassen. Wir leben in einer Zeit, in der mit Angst Politik und Geschäfte gemacht werden.

In den kommenden drei Jahren, von 2018 bis 2020, fragt die Junge Triennale mit ihrem Projekt #nofear:  Wie schaffen wir es, Angst vor dem Fremden, vor Diversität und vor der Zukunft zu überwinden? Die Junge Triennale möchte angstfreie Räume zur Begegnung schaffen und Themen verhandeln, die junge Menschen beschäftigen. Dabei öffnet sich das Festival und begibt sich in den Stadtraum. Im Zentrum stehen Jugendliche aus dem Ruhrgebiet: Sie sind es, die Gespräche und Diskussionsrunden initiieren, Netzwerke bilden und erfahren, was es heißt, die unterschiedlichsten Menschen durch Kunst und Kultur zusammenzubringen. Dabei tauschen sie sich mit nationalen und internationalen Künstler*innen aus und erlernen in Workshops Methoden zur künstlerischen Umsetzung ihrer Ideen.

#nofear ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt, das permanent und nachhaltig den Kontakt zu Schüler*innen, Lehrer*innen und Pädagog*innen sowie zu Flüchtlingsunterkünften, Bürgerzentren und Vereinen pflegt. Dabei kooperiert die Junge Triennale mit dem
 Essen-Katernberger Arbeitskreis Kunst und Soziales, der seit 2013 ein breites Netzwerk aus Verbänden und Institutionen aufgebaut hat. Ein Netzwerkbüro ist in Planung, das über 2018 hinaus weitergeführt
werden soll – jedoch nicht von Erwachsenen, sondern von jungen Menschen aus dem Stadtteil Essen-Katernberg. Workshops, themenspezifische Diskussionsrunden und Performances bin den
Schüler*innen aus Essen aktiv ein. Dabei legt das Projekt besonderen Wert auf die Kooperation mit Schulen vor Ort, die für die Vermittlung von Methoden einen bedeutenden Bestandteil von
#nofear  ausmacht.

#nofear 2018: Jugendliche haben Fragen. Fragen, die Zuhause nicht beantwortet werden. Fragen, die sich niemand zu stellen traut, zum Beispiel über sexuelle Ausrichtung oder Homophobie. Körper und Sex sind in den Medien, in der Öffentlichkeit allgegenwärtig, doch
lässt das bei Jugendlichen nicht eher mehr Fragen aufkommen? Häufig fehlen Gelegenheiten und Räume, in denen Fragen angstfrei ge stellt
und geklärt werden können.

#nofear wird diese Räume und Gelegenheiten ermöglichen. 40 Jugendliche, die im Ruhrgebiet leben und aus Portugal, Ghana, Togo, Polen, Albanien, Syrien, Afghanistan, Bulgarien, Deutschland und der Türkei stammen, beschäftigen sich mit dem Thema, das alle umtreibt: Sexualität. Sie diskutieren darüber mit Menschen aus dem Stadtteil Essen-Katernberg. Ein Teil der Jugendlichen hat bereits in den vergangenen Jahren an Projekten der Jungen Triennale teilgenommen
und hat Erfahrungen mit Kunst und Künstler*innen sammeln können – ihre Angst vor Neuem, vor Diversität, vor Diskussionen hat sich in Neugierde verwandelt. Ihren Erfahrungsschatz möchten sie an Gleichaltrige weitergeben, die Gruppe öffnen, sie erweitern.

#nofear  hat einen eigenen Podcast, der von jungen Menschen inszeniert, produziert und präsentiert wird und in regelmäßigen Abständen erscheint. Eingeladen zum Podcast sind immer auch Einwohner* innen aus Katernberg, Pädagog*innen, Künstler*innen,
Musiker*innen und Theatermacher*innen. Langfristig sollen sich Gleichaltrige nicht nur lokal, sondern auch überregional von #nofear angesprochen fühlen.

#nofear 2018 wird von den Jugendlichen dokumentiert: Die Begegnungen, Gespräche, Interviews und Diskussionen präsentieren sie in einer performativen Dokumentation mit dem Titel School of Sex auf der großen Bühne von PACT Zollverein in Essen. Unterstützung erhalten sie dabei durch das Theaterkollektiv Berlocken, durch den syrischen Schauspieler Ramo Ali, die junge Performerin und Regisseurin Zelal Yesilyurt, die Drag-Künstlerin Pansy Parker aus Berlin, den Sprach- und Integrationsmittler Alaeddine Chadli und die Theatermacherin Meriel Brütting.

Eine Produktion der Ruhrtriennale mit freundlicher Unterstützung von PACT Zollverein und dem Arbeitskreis Kunst und Soziales.

 

Projektleitung: Caroline Wolter
Projektassistenz: Kai Wycisk, Judith Martin
Theaterpädagogische Begleitung: Meriel Brütting
Recherche, Netzwerkarbeit: Alaeddine Chadli
Produktion Podcast: Alessandro Marra 
Von und mit: Junge Triennale, Mit Ohne Alles, Theaterkollektiv Berlocken, Ramo Ali, Zelal Yesilyurt, Pansy Parker

Eine Produktion der Ruhrtriennale mit freundlicher Unterstützung von PACT Zollverein und dem Arbeitskreis Kunst und Soziales

#nofear 2018 wird gefördert durch die Stiftung Mercator

Weitere Veranstaltungen