Journal
Insights, Perspektiven,
Aktionen & Impulse

#ResidencyInsights
THE AGENCY

Im Rahmen der PACT Residency schließen wir an unsere Recherche über kommerzielle Leihmutterschaft in Indien an, die wir 2019 als Gäste des Goethe Instituts Bangalore Max Mueller Bhavan durchführen konnten. Die Lektüre von Sophie Lewis “Full Surrogacy Now” führt uns - abgesehen von den Ungleichheiten des globalen Marktes - zur Leihmutter als einer potentiell utopischen Figur: Hier wird das Muttern ("Mothering") als soziale Praxis erdacht, die unabhängig von Blutsverwandtschaft, der Ausstattung durch einen Uterus oder Gender stattfinden kann.

Anne Nguyen: À mon bel amour / Emotions - Phrases - Masques

Fließend bewegt sich Anne Nguyen zwischen den Grenzen verschiedener Stile und verbindet diese in lässiger Eleganz. Für ›À mon bel amour‹, das im März bei PACT zu sehen gewesen wäre, beschäftigte sich die französisch-vietnamesische Choreographin mit der Wahrnehmung des Individuums, der des Paares und des Kollektivs innerhalb verschiedener Identitäts- und Schönheitsentwürfe. Dabei lässt sie mit Voguing, Waacking, Popping, Locking und Krump verschiedene urbane Stile mit zeitgenössischem Tanz zusammenwirken. In ihrem Beitrag für #pactconnected hat Anne Nguyen ein Glossar der Stile und drei Videosequenzen ihrer Arbeit zusammengestellt.

Kat Válastur: Arcana Swarm

Dieses Video ist ein Versuch den emotionalen Kern von ›Arcana Swan‹ herauszuarbeiten, jenen roten Faden, der die Arbeit durchzieht, sichtbar zu machen: ›Arcana Swan‹ ist ein Werk über den Zustand der Menschlichkeit in unserer Gegenwart.

#RemoteResidency
Deepika Arwind

Wir können die Gedanken und Texte anderer Menschen über die Welt und die Zivilgesellschaft lesen. Wir können versuchen, dem kriegsähnlichen Vokabular dieser Zeit eine Sprache entgegenzusetzen, mit der wir unsere Sorge um das Gemeinwohl zum Ausdruck bringen. Wir können unser ‚Wir‘ definieren und Wege finden, diese Definition zu erweitern auch nicht-menschliche Wesen miteinzubeziehen.

Ingrid LaFleur: Breathing in Blackness – Temporal Dimensions of Utopia

Im Rahmen von IMPACT19 sprach Ingrid LaFleur in ihrem Vortrag ›Breathing in Blackness: Temporal Dimensions of Utopia‹ über den Begriff der Utopie im Afrofuturismus und fragte, auf welche Weise Schwarze Körper geschützte Räume (safe spaces) für sich erschließen, aufbauen und weiterentwickeln.

fieldworks portrait - Dokumentation

Die Dokumentation fieldworks portrait ist ein Film des belgischen Filmemachers Klaas Boelen. Sie entstand während der Proben und der Veranstaltungen von fieldworks portrait, einer drei-tägigen performativen Werkschau der Gruppe um Heine Avdal und Yukiko Shinozaki, die im Juni 2018 bei PACT stattfand.

Krzysztof Honowski: And Now The Screen Is Struck By Lightning / Episode One: Always Is

In unserer Residenz bei PACT hatten wir vor, an ›And Now The Screen Is Struck By Lightning‹ weiterzuarbeiten – einem Projekt, das ursprünglich im Sommer 2019 als eine Live-Video-Installation bei Tropez Berlin begonnen hatte. Nun zeigen wir stattdessen die erste Episode unserer Arbeit als Lockdown-Version. Der zweite Teil schließt sich im späten Sommer an und wird von Tropez Berlin, ebenfalls online, präsentiert.

Michiel Vandevelde: ›Ends of Worlds‹

In seiner Arbeit ›Ends of Worlds‹, die Vandevelde im Mai bei PACT gezeigt hätte, blickt der Choreograph in eine ferne und doch unangenehm nahe Zukunft. Für #PACTconnected interpretiert und verdichtet der Choreograph den Epilog der Performance als Videobeitrag. ›Ends of Worlds‹ ereignet sich im Jahr 2300. Der organische Mensch ist Vergangenheit. Das Datum markiert das Jahr Null einer neuen Art Homo Sapiens, die sich aus den algorithmischen Erinnerungen und Mustern der Vergangenheit hervorbildet. In seinem Tanz vergegenwärtigen sich die Bruchstücke, die die Vergangenheit überdauerten – Momente historischer Katastrophen, kollektive Traumata ebenso wie das Erbe von Choreograph*innen wie Anna Halprin.

Boglárka Börcsök: ›The Art of Movement‹

›THE ART OF MOVEMENT‹ portraitiert auf sinnliche und eindringliche Weise drei Tänzerinnen aus Budapest: Irén, Éva and Ágnes sind zwischen 90 und 100 Jahren alt und waren einst Teil der frühen Bewegung des zeitgenössischen Tanzes in Ungarn. Für ihren Film begab sich Boglárka Börcsök in die Rolle einer Tanzstudentin und zeichnet anhand ihrer Dialoge mit den drei Tänzerinnen nach, wie jede von ihnen ihr Leben und ihre Bewegungspraktiken transformierte, um die bedeutsamen sozio-politischen Veränderungen des letzten Jahrhunderts zu überleben.