Xavier Le Roy

Xavier Le Roy promovierte 1990 in Molekularbiologe und arbeitet seit 1991 als Choreograph und Tänzer. Mit seinen Soli ›Self Unfinished‹ (1998) und ›Product of Circumstances‹ (1999) hat Le Roy für den Tanz nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern durch seinen individuellen Ansatz den wissenschaftlichen Körperdiskurs radikalisiert: Der Körper erscheint als eine Praxis kritischer Notwendigkeit. Seine Arbeiten entstehen in einem Forschungsprozess und thematisieren gleichzeitig seine eigene körperliche Verwicklung. Neben Christian Bourrigault hat er u. a. mit der Gruppe Detektor, Laurent Goldring, Alain Buffard, Mårten Spångberg, Lindy Annis und Bernhard Lang zusammengearbeitet. Zu seinen Werken gehören u. a. ›Xavier Le Roy‹ (2000) mit Jérôme Bel, ›Giszelle‹ (2001) in Zusammenarbeit mit Eszter Salamon und ›Project‹ (2003), das gemeinsam mit 20 weiteren Choreographen entstand. Gleichzeitig initiierte er Gruppenprojekte wie ›Namenlos‹ (1998), ›E.X.T.E.N.S.I.O.N.S.‹ (1999-2000) und ›6 Months 1 Location‹ (2008). 2007 und 2008 war er Associated Artist am Centre National Chorégraphique de Montpellier, wo er das Ausbildungsprogramm ex.e.r.ce. mitleitet. In seinen neueren Arbeiten, wie den Soli ›Le Sacre Du Printemps‹ (2007) und ›Product of Other Circumstances‹ (2009) oder dem Gruppenprojekt ›low pieces‹ (2009-2011), liegt der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Zuschauern und Performern und der Entstehung von Subjektivitäten und deren Erforschung. Bei PACT Zollverein war er bereits 2005 im Rahmen von ›IMPACT‹ und 2007 sowohl mit ›Salut für Caudwell‹ als auch mit ›Le Sacre Du Printemps‹ im Rahmen der Ruhrtriennale zu sehen. Im November 2014 wird er die Uraufführung seines neuen Stücks ›Untitled (2014)‹ in der ehemaligen Waschkaue präsentieren.

Bisher bei PACT
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