IMPACT26

Friction Energy – On Practices of Encounter, Negotiation and Cooperation

Termine:

17 – 19 Uhr

14.30 – 19 Uhr

Barrierefreiheit vor Ort

Barrierefreier Zugang
Weitere Hinweise zur Barrierefreiheit

Veranstaltungsort:

PACT Zollverein

Bullmannaue 20A

45327 Essen

Deutschland

Sprache

Alle Impulsvorträge werden auf Englisch gehalten.

© Ethan Daniels / Stocktrek Images

Wir leben in einer Zeit, in der unser Zusammenleben zunehmend von getrennten Realitäten geprägt wird. Orte werden zu Standorten, Körper zu Daten und Materie zu Ressourcen: Erst in Momenten der Störung zeigt sich, dass alles miteinander verbunden ist. ›IMPACT26 – Friction Energy‹ setzt an dieser Bruchstelle an.

Die diesjährige Ausgabe des transdisziplinären Symposiums widmet sich transformativen Praktiken des Miteinanders in einer Zeit von Konkurrenz, Verwertung, Fortschrittsdenken, Macht und gesellschaftlicher Anerkennung.

Kann Kunst als ein Spannungsfeld, in dem all diese Logiken aufeinander treffen, unerwartete Formen der Kooperation  ermöglichen? Wie können hier Zugänge entwickelt werden, innerhalb, trotz und quer zu diesen Ordnungen? Wie lässt sich von anderen Akteur*innen und Wissensfeldern lernen, wenn sich menschliche wie nicht-menschliche Beteiligte gegenseitig als Mitwirkende anerkennen? Am 30. und 31. Oktober werden bei PACT Zollverein internationale Akteur*innen aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Perspektiven auf diese Fragen mit dem Publikum teilen.

Mit Evghenia Gritsku, Najia Fatima, Abhijit Patil, Manischa Partowi, Xenia Benivolski, Thomas Pausz, Ecaterina Stefanescu & Sam Eadington, Diana Odhiambo, Anastasiia Gulak, Maya Sobchuk, Achal Dodia, Akshay Makar, Milena Dragićević Šešić, Eliabu Mbonimpa, Benson A’kuyie, Claire Vivianne Sobottke u.v.m.

PROGRAMM

Fr, 30.10.

17 – 19 Uhr
Assembly I – Encountering Friction Energy

Manischa Partowi – Navigating Realness: Attachment and Disappointment in Contemporary Art

In diesem Beitrag untersucht Manischa Partowi, wie Bindung und Enttäuschung im Prozess der Aushandlung einer gemeinsamen Realität zu ästhetischen Phänomenen werden können. Dabei legt sie den Fokus auf die Spannungen zwischen individueller affektiver Erfahrung und den öffentlichen Bedingungen des Betrachtens.

Manischa Partowi ist Wissenschaftlerin, deren Forschungsschwerpunkt auf affektiven Strategien und hybriden Formen des Betrachtens in der zeitgenössischen Kunst liegt – insbesondere an der Schnittstelle von Performance, Installation und digitalen Medien.

Xenia Benivolski – UNDERPLANET: Some Material Convivialities

Anhand eines neuen Buchprojekts mit dem Titel ›UNDERPLANET‹ betrachtet Xenia Benivolski Reibung als materielles Ereignis und als soziale Methode, die zu unerwarteten Formen des Miteinanders führt.

Xenia Benivolski ist Autorin, Kuratorin und Forscherin an der LUCA/KU Leuven und bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Klangforschung und Bildender Kunst. Ihr Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie klangliche und materielle Formen politische und spirituelle Geschichten vermitteln.

Achal Dodia – Art without b/order

›Art without b/order‹ widmet sich den Methoden und der Umsetzung der Arbeit mit Unterdrücker*innen-Identitäten. In dem Beitrag teilt Achal Dodia Einblicke in eigene Projekte, darunter eines, in dem junge Erwachsene sich mit dem Konzept der Männlichkeit beschäftigen, ein Projekt zum Aufbau einer Näh-Ecke in Community-Bibliotheken sowie ein Projekt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Gender im Schulunterricht.

Achal Dodia aus Neu-Delhi arbeitet als Künstler*in, Pädagog*in und Autor*in. Dodia nutzt Kunst, um in verschiedenen Community-Räumen Geschichten aus dem Alltag über Widerstand, Gleichberechtigung und Freiheit zu entwickeln.

Diana Odhiambo – Jowi gi Ndalo: Bodies of Memory, Ways of Coexistence

Diana Odhiambo präsentiert „Jowi gi Ndalo“: Inspiriert von der Luo-Legende von ›Nyamgondho‹ ist dies ein Work-in-Progress, das Bewegung, Storytelling und Recherche miteinander verbindet, um zu untersuchen, wie das anzestrale Gedächtnis im Körper weiterlebt und wie es uns neue Wege eröffnen kann, mit unserer Umwelt und dem Unsichtbaren in Beziehung zu treten.

Diana Odhiambo ist eine in Kisumu lebende kenianische Tänzerin, Choreographin und Pädagogin. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit afrikanischem Tanz und verkörpertem Wissen als lebendige Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander.

Benson A'kuyie – A Dive into ›[GN-z33/6°]‹

Benson A'kuyie wird sein neuestes Solostück ›[GN-z33/6°]‹ präsentieren, das im Februar 2026 uraufgeführt wurde.

Benson A'kuyie ist ein interdisziplinärer Künstler, der sich zwischen Tanz/Bewegung, Musik/Sound sowie Performance bewegt.

Claire Vivianne Sobottke – Goat Song

In ihrem Beitrag teilt Claire Vivianne Sobottke Einblicke in ihr aktuelles Forschungsprojekt „GOAT SONG“ (griechisch: tragōidía, wörtlich abgeleitet von tragos, „Ziege“, + aoidē“, „Lied“) sprechen.

GOAT SONG ist eine choreografische und musikalische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Praxis der Jagd. Claire Vivianne Sobottke betrachte die Jagd in ihrer Arbeit als ritualisierten Akt des Tötens und wirft dabei Fragen zu Gewalt, Hierarchie und Herrschaft auf. Indem sie Jägerfiguren verkörpert – also Formen von Männlichkeit, denen es gesellschaftlich gestattet ist zu töten –, untersucht sie, wie Geschlecht mit Gewalt verflochten ist und wie Männlichkeit in den Dienst des Todes gestellt wird.

Claire Vivianne Sobottke ist eine in Berlin lebende Künstlerin, die in den Bereichen Choreografie, Musik, Stimme und Performance arbeitet. Sie versteht ihre Arbeit als Ort des Widerstands und der Auflösung und betrachtet den Körper als eine turbulente Ansammlung von Konzepten, kollektiven und persönlichen Geschichten, Traumata, Erinnerungen, Projektionen, Identitäten und Magie.


Sa, 31.10.

14:30 – 16:30 Uhr
Assembly II – Friction in Negotiating

Evghenia Gritsku – Emigration as Friction: Reconstructing Identity Between Cultures

In ›Emigration as Friction‹ untersucht Evghenia Gritsku die Spannungen zwischen Identitäten, Sprachen, Erinnerungen und sozialen Realitäten als potenziell produktive Kraft für die Rekonstruktion von Identität und die Entstehung neuer Formen der Zugehörigkeit.

Evghenia Gritsku ist bildende Künstlerin und Doktorandin, die in den Bereichen Fotografie, Keramik, Installation, Video und Performance arbeitet und sich dabei mit Migration, Identität, Erinnerung, Zugehörigkeit und emotionaler Anpassung auseinandersetzt. Die Hauptthemen in Gritskus künstlerischer Praxis sind gesellschaftliche Fragestellungen wie Emigration, Heimatverlust und Ungleichheit.

Abhijit Patil – Life Doesn’t Grow in Banks

Mit ›Life Doesn’t Grow in Banks‹ möchte Abhijit Patil die Frage aufwerfen, was geschieht, wenn Saatgut und das darin enthaltene Wissen von den Menschen, dem Boden und den ökologischen Zusammenhängen getrennt werden, die ihr Wachstum und ihre Entwicklung fördern.

Abhijit Patil ist Künstler und Landwirt und lebt in den Westghats in Indien. Er setzt sich mithilfe von Saatgut, Fotografie und gemeinschaftlichen Initiativen vor Ort für gerechtere Ernährungssysteme, Arbeitsbedingungen und Biodiversität ein.

Thomas Pausz – Double Capture

Thomas Pausz präsentiert ›Double Capture‹, ein aktuelles Experiment, bei dem Gewächshäuser zu Instrumenten für verschiedene Arten werden, die die Geräusche und Schwingungen von Bestäubern verstärken. Pausz ordnet dieses Projekt in seine fortlaufende Werkserie ›Vegetal Media‹ ein.

Thomas Pausz ist Künstler und Forscher am Intelligent Instruments Lab in Reykjavík und beschäftigt sich im Rahmen experimenteller Medienpraxis mit der Poetik und Ethik des Zusammenlebens verschiedener Arten.

Eliabu Mbonimpa – Giving Oral Narratives a Visual Voice: Preserving Identity, Culture, Knowledge and Difficult Histories

In seinem Beitrag berichtet Eliabu Mbonimpa davon, wie visuelles Storytelling zur Dokumentation und Bewahrung gefährdeter mündlicher Überlieferungen beitragen kann. Er zeigt zudem, wie dadurch neue Wege entstehen, Indigene Identität, kulturelles Wissen, Erinnerung und schwerwiegende historische Ereignisse über Generationen hinweg weiterzugeben.

Eliabu Mbonimpa ist ein tansanischer Künstler, Kurator und Museumspädagoge, der sich mit visuellem Storytelling, kulturellem Erbe und Museumspraxis beschäftigt. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darin, traditionell mündliche Überlieferungen, die vom Verschwinden bedroht sind, zu dokumentieren, zu bewahren und einem zeitgenössischen Publikum zugänglich zu machen.

Akshay Makar – The Right to Refuse the Optimum: The Setpoint Council

Im Rahmen einer partizipativen Lecture-Performance lädt Akshay Makar das Publikum ein, über eine von einer KI vorgeschlagenen Änderung an einem industriellen Kühlsystem zu verhandeln. Er fragt dabei, wer von der Änderung profitiert, wer das Risiko trägt und wer das Recht hat, Nein zu sagen.

Akshay Makar ist Industrieklimatechnologe und Gründer von Net0link AI. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz, Kühlinfrastruktur und menschlicher Entscheidungsfindung.


17- 19 Uhr
Assembly III – Cooperation within the Friction

Milena Dragicevic Sesic – Tradition of Rebellion & Dissent: Participative Artistic Forms as an Interactive Archive of Political Remembrance

Innerhalb politisch autoritärer Regime entwickeln Künstler*innen-Kollektive auf dem Balkan im Rahmen von Studierenden- und Bürger*innenbewegungen gemeinschaftliche Aktionen.

Trotz des Mangels an öffentlichen Geldern und trotz kontrollierter Medien gelingt es ihnen, nicht nur Gegenerzählungen zu entwerfen, sondern auch experimentelle Formen der Zusammenarbeit mit Bürger*innenversammlungen, Berufsverbänden und Institutionen zu erproben, die es wagen, die Grenzen der Freiheit auszuloten – in dem Wissen, dass diese „Grauzone“ bald enden wird und die Kollektive ihre Arbeit dann gezwungenermaßen außerhalb solcher Institutionen ausüben müssen.

Milena Dragicevic Sesic stammt aus der europäischen Semiperipherie und ist Feministin, Kulturaktivistin, Forscherin sowie Wissenschaftlerin und Netzwerkerin. Ihre Arbeit verbindet Künstler*innen, Zivilgesellschaft und Kulturräume auf dem Balkan, in den arabischen Ländern, in Indien und in Südostasien.

Ecaterina Stefanescu & Sam Eadington – Blackpool: Prototyping Community Infrastructures through Making

Ecaterina Stefanescu und Sam Eadington von „Other People’s Dreams“ stellen eine interdisziplinäre Methodologie und Arbeiten vor, die sich für die Teilhabe an der Architektur als symbiotische Praxisform einsetzt. Gemeinsam bieten sie Einblicke in eine interdisziplinäre Methodik der Forschung und des Co-Designs, bei der langfristiges gemeinschaftliches Schaffen ein iteratives Engagement, Lernen und Eingreifen in Communities ermöglicht, die Benachteiligung erfahren und von sozialen Spannungen geprägt werden.

Other People’s Dreams ist ein kollaboratives Aktionsforschungsbüro und Bildungsnetzwerk, das sich auf kritische, kontextbezogene und langfristige Weise mit Communities im Nordwesten Englands auseinandersetzt und in den Bereichen Architektur und der Sozial engagierten Künste tätig ist.

Najia Fatima – Crafting Equality, Preserving Hierarchy. Women’s Development in Pakistan

Najia Fatima untersucht in diesem Beitrag ein Programm zur Förderung des Handwerks von Frauen in Pakistan. Das Programm wird von der Architektin Yasmin Lari geleitet und stellt eine Fortsetzung neokolonialer Entwicklungspolitik dar, die strukturelle Ungleichheit als individuelle Inklusion umdeutet, während die zugrunde liegenden sozialen und materiellen Hierarchien unberührt bleiben.

Najia Fatima ist Künstlerin, Forscherin und Architektur-Redakteurin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit dem zeitgenössichen Südasien und untersucht, wie materielle Gewalt, soziale Hierarchien und Militarisierung im Alltag verankert sind.

Maya Sobchuk – War, peace, and the architecture of information

Ausgehend von ihrer Arbeit zur Beobachtung von Informationsoperationen in der Ukraine, in Japan und in Taiwan präsentiert Maya Sobchuk eine Lecture-Performance darüber, wie die Architektur von Informationsräumen manipuliert wird, um die Grenze zwischen Krieg und Frieden zu verwischen – und darüber, wie sogar unsere alltäglichen Emotionen, wie zum Beispiel Nostalgie, von außen gesteuert werden können.

Maya Sobchuk ist eine in der Ukraine geborene und in Tokio lebende Wissenschaftlerin und Aktivistin für Digitale Rechte. Sie untersucht, wie Staaten Medien instrumentalisieren, um Gesellschaft von innen heraus zu spalten und Gewalt zu rechtfertigen.

Anastasiia Gulak – Roads of Communication: Urban and Community Recovery in Wartime Izyum

Anastasiia Gulak ist eine in Charkiw lebende und arbeitende Architektin, die seit 2010 ein Unternehmen unter ausschließlich weiblicher Führung leitet. Seit 2017 schafft sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen menschenzentrierte Räume auf unterschiedlichen Maßstabsebenen – vom praktischen Wiederaufbau kritischer Infrastruktur in der Ukraine bis hin zur Entwicklung visionärer städtebaulicher Initiativen.

Anastasiia Gulak ist eine in Charkiw ansässige Architektin, die seit 2010 ein von Frauen geführtes Architekturbüro leitet. Seit 2017 arbeiten sie und ihr Team gemeinsam mit internationalen Partner*innen an menschenorientierten Räumen – vom Wiederaufbau der kritischen Infrastruktur der Ukraine bis hin zu visionären städtischen Initiativen.

Weitere Veranstaltungen

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