ATELIER No. 65 – Open Artist Studio
Meet our Guest Fellows

  • Fr. 29.01.21So. 31.01.21

Eintritt frei

Livestream am 29.01. um 19 Uhr: Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich einverstanden, dass Ihre Daten an Youtube übermittelt werden und dass Sie die Datenschutzerklärung gelesen haben.

Dauer: ca 1 Stunde

Mit: Princela Biyaa, Marny Garcia Mommertz, Fayo Said, Lütfiye Güzel, caner teker, Lea Letzel, Lex Rütten & Jana Kerima Stolzer

In einem virtuellen Studiobesuch führt das ATELIER No. 65 durch aktuelle Projekte der PACT Guest Fellows. Mit 20 Guest Fellowships wurden in Reaktion auf die Corona-Krise internationale, regionale und lokale Künstler:innen gefördert und in der Fortsetzung ihrer Arbeit bestärkt. Die 65. Ausgabe des ATELIER bringt sie nun auf die Bühne: in Künstlergesprächen, Lesungen, Filmbeiträgen und vielfältigen Formaten geben sie live Einblick in ihre aktuellen Recherchen und künstlerische Arbeiten und nehmen Besucher:innen mit in höchst unterschiedliche, eindrucksvolle Gedankenwelten.

 

Lea letzel
Katrin Binner

Lea Letzel, ›Hanabi-Fu‹

Während eines Stipendienaufenthalts am Goethe Institut im japanischen Kyoto 2019 setzte sich Lea Letzel mit der Kultur und Geschichte der japanischen Feuerwerkerei auseinander und stieß im Rahmen ihrer Recherchen auf die Arbeit des Chemikers und Feuerwerkers Takeo Shimizu. Besonders faszinierte Letzel dabei, dass Shimizu die Feuerwerkskunst mit Musik zusammenbrachte: »Um 1956 entwickelte Shimizu ein Notationssystem, das auf konventioneller westlicher Musiknotation beruht. Er nennt es ‚Hanabi-Fu‘ – die Feuerwerksnote. Shimizu wollte mit diesem System Feuerwerksaufführungen planen und dokumentieren. Die musikalischen Zeichen hat er mit kleinen graphischen Erweiterungen versehen, um zum Beispiel die unterschiedlichen Farben der Effekte zu beschreiben.«

Als Teil der Ausstellung ›Inhabiting Basis‹ im Frankfurter Ausstellungsraum basis e.V. (Herbst 2020), die im Rahmen von ›INHABIT‹, dem Residenzprogrammm des Max Planck Instituts für empirische Ästhetik, stattfand, wurden die Feuerwerksnoten von Akiko Ahrendt (Geige), Florian Zwißler (analoge Synthesizer) und Lea Letzel (Pyrotechnik) zum Klingen gebracht.

Lex Rütten & Jana Kerima Stolzer
Lex Rütten & Jana Kerima Stolzer

Lex Rütten & Jana Kerima Stolzer, ›Pawāaraibu – filling the vacuum. Episode 02 – wandering the archive‹

Lex Rütten und Jana Kerima Stolzer arbeiten seit vier Jahren als künstlerisches Duo zusammen. Ihr inhaltlicher Ausgangspunkt ist häufig von der Verflechtung des Menschen mit seinem technologischen Umfeld und den daraus entstehenden Narrativen geprägt. Mit ›Pawāaraibu – filling the vacuum‹ betreten wir eine Welt, der die Menschen längst den Rücken gekehrt haben: die Erde bleibt als Museum über Flora, Fauna und deren Evolution zurück, gewartet und betreut von künstlichen Lebewesen und technologischen Vorrichtungen. In mehreren Episoden folgt ›Pawāaraibu – filling the vacuum‹ einer künstlichen Intelligenz, die im Körper einer kleinen Drohne als eines der letzten Lebewesen auf der post-humanen Erde umherreist. ›Episode 02 – wandering the archive‹, die im Rahmen des ATELIER als virtueller Raum zu erleben ist, führt in eine Umgebung, die ohne Zeit-Raum-Zuordnung auskommt. Wir befinden uns im Kopf der Drohne, reisen durch ihr Archiv prozessierter Daten, das aus Fragmenten der früheren Welt besteht. Diese gebliebenen Ausschnitte stehen als Stellvertreter für jene vergessene Geschichte, die in brutalen landschaftlichen Einschreibungen, verursacht durch Ausbeutung von irdischen Ressourcen, verloren gegangen ist.

›Pawāaraibu‹ entdecken
Lütfiye Güzel
Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel, ›marxlohmontage‹

10 Minuten fahren und laufen
durch Duisburg-Marxloh.
Die gleiche Strecke. Immer und immer wieder.
Dazu Zeitungsausschnitte im Kopf.
Wer ist nur noch Einzeln am Ende?
Stehenbleiben. Nachdenken. Weiterfahren.
Stehenbleiben. Stigmatisieren. Weiterleben.
Ein Blick von außen. Ein Blick von innen.
Wer lacht hier unter Dauerverdacht?

Marny Garcia Mommertz Association for Black Art_ists e.V.
Fayo Said for the Association for Black Art_ists e.V.

Marny Garcia Mommertz, ›Black Hair in The Hague: Conversations during the Pandemic‹

Die Association for Black Art_ists e.V. wurde im Juni 2020 in Dortmund mit dem Ziel gegründet, Schwarze Künstler:innen in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich zu stärken. Im Vortrag stellt Marny Garcia Mommertz die Association for Black Art_ists e.V. und ihren Gründungsprozess vor und geht auf die entscheidende Frage nach der Notwendigkeit Schwarzer Kunsträume in Europa ein. Mit der Arbeit ›Black Hair in The Hague: Conversations during the Pandemic‹ wird ein erstes Rechercheprojekt vorgestellt, an dem die Gründungsmitglieder Princela Biyaa, Fayo Said und Marny Garcia Mommertz im Rahmen des PACT Fellowship 2020 gearbeitet haben.

Princela Biyaa
Megha Kono Patel

Princela Biyaa

»Vor ungefähr acht Jahren begann Ines Johnson-Spain, ihre Geschichte aufzuschreiben. Sie besuchte Pankow, Togo, Benin und Mülheim, um Antworten zu finden, die ihr lange verwehrt blieben. Antworten, um das Schweigen über ihre Identität, ihre Zugehörigkeit und ihr Zuhause aufzudecken.«
In Kooperation mit Alexis Rodríguez, Interkultur Ruhr und dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln entwickelt die Association for Black Art_ists ein ganztägiges Programm um die Filmvorführung von ›Becoming Black‹, der autobiographischen Dokumentation von Ines Johnson-Spain. »Wir möchten einen Raum für Black, Indigenous and People of Color (BIPoC) schaffen, um zu diskutieren, was wir von Ines Johnson-Spains Erfahrungen auf einer persönlichen und gemeinschaftlichen Ebene lernen können. Ihre Geschichte ist relevant für so viele BIPoC, die in der Diaspora leben. Was kann Zurückkehren und das Finden von Heimat für uns bedeuten? Wie können wir den Kreislauf des Schweigens durchbrechen und uns dem Verfall in Vergessenheit verweigern, in einer Gesellschaft, die behauptet, eine Erinnerungskultur zu haben? Wie finden wir ein Gefühl der Zugehörigkeit?«

Fayo Said
Lis Camelia / Marny Garcia Mommertz

Fayo Said, ›Oromia Records‹

Im Rahmen ihres Fellowships arbeitete Fayo Said am Projekt ›Oromia Records‹. Mit ›Oromia Records‹ entsteht ein digitales Kunstarchiv zur Erinnerung und Erhaltung der Kultur, Geschichte und Kunst der Oromo – eine der größten, ethnischen Gruppen Äthiopiens. »Die Oromo haben eine reiche (Musik-)Geschichte, die es wert ist, offengelegt und archiviert zu werden. Viele Klassiker - aber auch weniger bekannte Aufnahmen – finden sich auf Kassetten in der Diaspora verstreut. Ich möchte diese Aufnahmen digitalisieren und so strukturieren, dass sie leichter öffentlich zugänglich sind. Mit ›Oromia Records‹ möchte ich einen Ort schaffen, an dem Musikfragmente, Schnipsel von Live-Auftritten, (historische) Bilder, kulturelle Tänze und Praktiken kuratiert und gezeigt werden.« Aktuell ist ›Oromia Records‹ auf Instagram zu finden, in Zukunft möchte Said das Archiv jedoch über eine eigene Website zugänglich und erlebbar machen.

caner teker
Steve Hopson

caner teker

Aus einer westlichen Wahrnehmung treffen beim Betrachten des türkischen Köçek Tanzes Widersprüche aufeinander und Erwartungen werden gebrochen: die Tänzer, die etwa im Rahmen von Hochzeiten engagiert werden, bewegen sich weiblich, tragen Röcke und wirken androgyn – all das wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zu einer Gesellschaft, die oftmals als religiös und konservativ geprägt empfunden wird. Was ist die Geschichte dieses Tanzes? Wer sind die Tänzer und welche Position haben sie heute innerhalb der türkischen Gesellschaft? caner teker wirft gemeinsam mit Sofie Luckhardt einen Blick auf die Historie des Köçek und seine transkulturellen Verflechtungen.

Meet our Guest Fellows!

Meet our Guest Fellows!

In Reaktion auf die Covid-19 Pandemie mit ihren gesellschaftlichen Einschränkungen und aus der Erfahrung unserer Fellowships hat PACT Guest Fellowships ins Leben gerufen, mit denen 20 Künstler*innen in der Fortsetzung und Weiterentwicklung ihrer aktuellen Arbeit unterstützt werden.

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