1/2/8 Research Forum – Spot on Governance

  • Mo. 04.12.23So. 17.12.23

Mit dem Forschungsforum 1/2/8 bringt PACT seit 2017 auf der titelgebenden historischen Schachtanlage 1/2/8 Forscher:innen, Künstler:innen und Impulsgeber:innen zusammen. In einem lebendigen, transdisziplinären Austausch steht die Suche nach neuen Modellen der Verbindung zwischen Wissen und Handeln im Fokus.

2023 richtet 1/2/8 unter dem Titel ›Spot on Governance‹ den Blick auf die politischen, und sozialen Bedingungen, die unser Miteinander strukturieren. Wir schauen genauer hin: Wo führen sichtbare und unsichtbare Regeln zu einer ungleichen Verteilung von Macht? Wer hat Zugang zu welchen Ressourcen? Wem gehören Information, Infrastrukturen und Daten?

Gemeinsam analysieren die 1/2/8-Teilnehmer:innen in einer intensiven Arbeits- und Recherchephase den Status Quo, um neue Visionen zu entwickeln: Entlang vielfältiger Formen der Repräsentation, Selbstorganisation und Kollaboration laden sie ein, die Zukunft anders zu denken. Immer wieder öffnet sich der Thinktank dabei und wird zum offenen Verhandlungsraum: im Rahmen mehrerer öffentlicher Momente finden Vorträge, Workshops und künstlerische Interventionen statt.

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Öffentliches Programm

EIne Gruppe von Menschen von Oben mit dem Schriftzug Spot on Governance
Photo: Gramlin, Gestaltung: labor b

07.12.2023 19 Uhr
Juha Leppänen 
›Humble Government‹

Lecture

Liberale Demokratien stehen vor noch nie dagewesenen Herausforderungen: Eine globale Pandemie, ökologische Krisen, technologische Umbrüche und tektonische Verschiebungen in der Weltwirtschaft haben neue, miteinander verwobene Bedrohungen für ihre Stabilität entstehen lassen. Politische Hyperpolarisierung verschärft diese Bedrohungen noch, da sie die Fähigkeit demokratischer Regierungen beeinträchtigt, nachhaltige Wege in die Zukunft zu finden. Um ihre Legitimität zu bewahren, müssen liberale Demokratien trotz politischer Unbeweglichkeit neue Wege für Lösungsansätze finden und ehrgeizige Reformen ermöglichen. Aus diesem Grund hat Juha Leppänen, Geschäftsführer des Thinktanks Demos Helsinki, in Kooperation mit dem Büro des finnischen Premierministers und Prof. Charles Sabel von der Columbia Law School kürzlich einen Ansatz für politische Entscheidungsprozesse vorgeschlagen, der darauf abzielt, die Art und Weise, wie Regierungen Gesellschaften steuern und regulieren, durch Zusammenarbeit und iterative Verfahren zu erneuern. Diesen Ansatz der ›Humble Governance‹ stellt Juha Lepännen in seinem Vortrag bei PACT vor.

Porträt Nina Bernading
Photo: Sapna Richter

12.12.2023 19 Uhr
Nina Bernarding / Centre for Feminist Foreign Policy
›Governance and Feminist Foreign Policy‹

Lecture / Online

Welchen Kompass braucht eine zeitgemäße internationale Politik? Das Centre for Feminist Foreign Policy (CFFP) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin, die sich für eine feministische Außenpolitik einsetzt – und damit der konventionellen, internationalen Politik einen neuen Ansatz entgegenstellt. Feministische Außenpolitik folgt der Maxime, dass diplomatische und außenpolitische Instrumente so eingesetzt werden sollen, dass der Abbau systemischer Ungerechtigkeiten und der Schutz von Menschen im Vordergrund des politischen Handelns stehen. Dabei vertritt das CFFP die Überzeugung, dass nur so nachhaltiger Frieden erreicht werden kann – und eben nicht durch den Fokus auf militärische Stärke und nationale Sicherheit. Es gilt: Kein Frieden ohne Feminismus. Im Rahmen ihres Vortrags gibt Nina Bernarding, Mitbegründerin und Mitgeschäftsführerin des CFFP, Einblicke in ihre Arbeitspraxis.

EIne Gruppe von Menschen von Oben mit dem Schriftzug Spot on Governance
Photo: Gramlin, Gestaltung: labor b

14.12.2023 19 Uhr
Azadeh Akbari 
›Digital Futures: Governing the Digital Transformation‹

Lecture

In beispiellosem Tempo verändert die digitale Transformation unsere Gesellschaft: Überflutet von Informationen produzieren und konsumieren wir Daten, suchen online die Liebe und verbreiten Hass. Die großen Social-Media-Plattformen wissen mehr über uns als unsere engsten Freundinnen und Freunde, Big-Tech-Unternehmen sind in der Lage, menschliches Verhalten vorherzusagen. Die Demokratie gerät ins Wanken, der Widerstand verlagert sich ins Digitale.

Welche Imaginationen für die Zukunft entwickeln wir angesichts dessen? Mit Fragen wie dieser beschäftigt sich Azadeh Akbari als Assistenzprofessorin für ›Public Administration and Digital Transformation‹ an der Universität Twente (Niederlande). In ihrem Vortrag erläutert Akbari die wichtigsten Diskussionspunkte um ›Digital Governance‹ – die übergeordnete Steuerung digitaler Systeme. Dabei geht sie auf die Entwicklung von Smart-City-Projekten ein – als ein prominentes wie kontroverses Beispiel für autoritäre Smart Cities stellt sie dabei das saudi-arabische Prestigeprojekt NEOM vor. Auch das Management nationaler Grenzübergänge und die Koordination humanitärer Hilfe werden inzwischen von digitalen Prozessen strukturiert: So analysiert Akbari, welche Rolle Blockchain-Technologien in Auffanglagern für Geflüchtete spielen und erklärt, weshalb Big-Tech-Unternehmen in Ländern des globalen Südens kostenloses Internet anbieten. Der Vortrag zeichnet globale Digitaltrends nach und legt die mit diesen verbundenen, gesellschaftlichen Herausforderungen offen.

Eine Gruppe Menschen sitzt an einer langen Tafel
Photo: Dirk Rose

15.12.2023 19 Uhr
Nadja Duesterberg / Kolya Wulf 
Public Dinner

Performance / Begegnung

Zum Abschluss von ›Spot on Governance‹ laden Performerin Nadja Duesterberg, Musiker Kolya Wulf und die Resident:innen des Rechercheforums zum gemeinsamen Dinieren ein. Das performative Abendessen ist ein Ritual, das die Grenzen zwischen Gastgeber:innen und Gäst:innen verschwimmen lässt und dazu einlädt, sich selbst und sein Gegenüber neu kennenzulernen. Wer bist du? Und wer bin ich? Die kollektive Dinnererfahrung formt ein choreographisches Zusammenspiel von Personen und Zutaten, von neuen und alten Bekanntschaften.

Eintritt frei, Anmeldung: andrina.imboden@pact-zollverein.de

Weitere Veranstaltungen
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