Journal
Insights, Perspektiven,
Aktionen & Impulse

100 Advertisements
Eng Kai Er

›100 Advertisements‹ ist ein fortlaufendes Projekt, in dem Kai Er Eng Audio-Werbespots für imaginäre Produkte oder Dienstleistungen entwickelt, welche sich Menschen – oder auch die Künstlerin selbst – wünschen könnten. Das Projekt begann im März 2020 – »Nun ja, Sie wissen, was zu dieser Zeit geschah« – und ist eine persönliche Dokumentation dieser Zeit: teils Corona-Tagebuch, teils Wunschdenken.

Abstrakte Architektur
Wiebke Meischner

Wie ein Raumschiff, das in einer einsamen Wüste gelandet ist, muten manche der geometrischen Formen an, die in ›Abstrakte Architektur‹ (2019) zu sehen sind. Gebäudefassaden oder -elemente wurden so fotografiert, dass monumentale Erscheinungen entstanden sind, die sich zwischen Realität und Skulptur bewegen. Durch die Reduzierung von Hinweisen auf die Maßstäbe verschwimmen die Grenzen zur Wirklichkeit und die Betrachter*innen werden aufgefordert, eigene Assoziationen zu bilden.

Landing Day
Stefania Smolkina

Die Videoinstallation ›Landing Day‹ beschäftigt sich mit der Symbolik, die mit dem Pflanzen eines Baumes erzeugt wird. Dieser rituelle Akt wird oft als ein Friedens- oder Schönheitssymbol verstanden und findet daher oft als politische, repräsentative Geste seinen Platz.

Mother of All Fictions
Walter Solon

Der Kurzfilm ›Mother of All Fictions‹ ist die Geschichte hinter einem gescheiterten Filmprojekt. 2016: Der südamerikanische Filmemacher Walter Solon reist nach Los Angeles. Sein Ziel ist es, ein Drehbuch basierend auf der Biographie seiner Großtante Lina Mosebach und den Mythen, die sich um sie ranken, zu schreiben. Lina war von Deutschland nach Los Angeles emigriert, nachdem sie den Holocaust überlebt hatte. Sie verbrachte ihre Jugendjahre mit Walter Solons Urgroßeltern in Südamerika. Der Familienmythos besagt, das Lina Filmemacherin für die CIA wurde und in der Produktion von Propaganda-Filmen für Lateinamerikaner*innen beteiligt war.

neverstopscrollingbaby.com
Alessandra Ferreri, Joshua Vanhaverbeke, Matteo Sedda / Vitamina

›https://www.neverstopscrollingbaby.com‹ ist eine digitale Performance, die gegenwärtige Codes der sozialen Medien aufgreift, um die Narration einer Choreographie zu entwickeln und somit neue Formen der künstlerischen Darstellung angesichts der aktuellen Herausforderungen zu erforschen.

›Portraits‹
Brigitte Huezo, iSaAc Espinoza Hidrobo und Beomseok Jeong

Das Projekt untersucht die Frage, wie tänzerische Portraits genutzt werden können, um sich choreographisch mit Queer Identitätsverständnissen auseinanderzusetzen? Die klassisch, kunsthistorische Form des Portraits ist repräsentationorientiert. Was wäre ein bewegliches Portrait, das Individuen nicht starr im Rahmen der sozialen Norm festlegt?

Sunlit Portion of Domestication
Daria Nazarenko, Kati Menze

›Sunlit Portion of Domestication‹ wirft, in Form einer installativen Performance von zwei potenziellen Bewohnerinnen eines leerstehenden Raumes, Fragen zum zukünftigen Umgang mit Körperlichkeit während eines globalen Isolationsprozesses auf. Unsere mobile, digitale Gesellschaft wurde 2020 zwangsdomestiziert.

trans luz / Ojeoje, Transluzente Absätze
Barbara Posch

In dem Kreisen um Logistik, Transparenz und Opazität ist neben der mehrteiligen Skulptur (trans luz) auch ein Text (Ojeoje, Transluzente Absätze) entstanden. Beide Formen/Arbeiten gehen vom Material aus.

Corona Rebellen
Zauri Matikashvili

Seit dem Frühjahr 2020 meditieren in vielen deutschen Städten jede Woche „Corona-Rebellen“. Sie protestieren damit gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Auf ihren Kundgebungen sind nicht nur Esoteriker*innen und Anhänger*innen von Jesus, Gandhi oder Mandela zu sehen, sondern auch Verschwörungsideolog*innen und Rechtsextremist*innen.