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Insights, perspectives,
actions & impulses

Mette Ingvartsen about ›21 pornographies‹ at PACT Zollverein

›21 pornographies‹ is the fourth part of Mette Ingvartsen’s work cycle ›The Red Pieces‹ looking at the political dimensions of sexuality. Pornography today includes a politically wide range of expressions and uses, from queer and feminist stances to sexualized torture in war. Starting from the idea that pornography has permeated many areas of society, Ingvartsen explores its workings through a collection of erotic and emotive materials sampled from sources including film and literature.

HOMONYM

Mittellose, denke ich manchmal, werden die letzten sein, die noch mehr als 280 Zeichen lesen. Bücherschränke, das Internet der Straße, bestimmen ihre Lektüre wie für andere Timelines und Tweets. Ein beliebter Bücherschrank steht am Rüttenscheider Stern. Neben einem Taxistand, unter Bäumen, auf denen Tauben nisten, betrachte ich die aktuellen Titel. Wesire und Konsuln. Der leuchtend blaue Faden. Die Entdeckung der Currywurst. Bei dem nächsten Buchrücken muss ich schmunzeln. Die Stadt hinter dem Strom. Der Schrank wird gesponsert, erklärt ein Schild an der Seite, von einem Energiekonzern.

WerkStadt

Zwei intensive Workshoptage liegen hinter uns. Gemeinsam mit Sebastian Quack und Gilly Karjevsky von www.playfulcommons.org haben wir über Möglichkeiten, Dialoge, Kooperationen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der WerkStadt gearbeitet. #werkstadt #ideenschmiede

›Episoden des Südens - The other way around‹ 15.09.17, PACT Zollverein (Essen)

Trailer von Freitag, 15.09.2017 Dialoge mit Objekten mit Ligia Lewis, Kelly Gillespie, Neo Muyanga, Christoph Bieber, Arnbjörg Maria Danielsen Lecture Konzert von Neo Muyanga Perspektiven – the other way around mit Ligia Lewis & Kelly Gillespie

Veronesergrün – Fortsetzung

Die Details meines Toilettengangs erspare ich Ihnen, aber meine Rettung ist das »Grossstadt Deli«, ein Premium-Café mit drei S in der Mitte und zwei Toiletten neben der Theke (P01 S03 T02). Ich gönne mir dort einen Cappuccino und greife nach den beiden Magazinen, die auf dem Tisch liegen. Playboy und Gentlemen Quarterly. Beide beschäftigen sich in der aktuellen Ausgabe mit »Chronometern.« Der Reporter von GQ hat den »27. Salon International de la Haute Horlogerie« besucht und mir die wichtigsten Trends aus Genf mitgebracht.

Veronesergrün

In der Fensterscheibe hinter der Lidl-Kasse schwebt eine schwarze Wolke vorbei. Die Kassiererin lässt sich dadurch von ihrer guten Laune nicht abbringen. Jedem Kunden in der Schlange gibt sie passend zu seinen Produkten einen aufmunternden Scherz mit auf den Weg. Der Student hinter mir wirkt bereits etwas ängstlich. Gleich wird er vier vegane Pizzen kaufen.

Nofretete

Die Grafikerin vom Stadtmarketing korrigiert den Schatten. Er ist zu klein. Oder der Förderturm doch noch zu groß. So eine Kacke. Die ganzen Verhältnisse der schönen Skyline stimmen nicht mehr, seit dieses Dreieck dazugekommen ist. Aber es darf auf keinem offiziellen Plakat und keinem Flyer, auf keiner städtischen Webseite mehr fehlen. Das höchste Gebäude in Essen wird bald eine Pyramide sein.

Panoramaetage

Klein anfangen, wenn du ein Ende suchst. Kleiner Essener heißt der Stadtplan, in dem ich suche. Zunächst mal nach der Stadtgrenze. Ich will schauen, ob man dort einen Unterschied erkennt zur Nachbarstadt. Insgeheim unterstelle ich bereits, dass das nicht so ist – wie die meisten Forschenden, weiß ich eigentlich schon im Voraus, was ich rausfinden möchte. Mein unwissenschaftliches Vorhaben lässt der kleine Essener aber nicht mit sich machen. Anstelle der Stadtgrenze zeigt mir der Stadtplan eine Liste: 25 mal Sehens- und Erlebenswertes in Essen. Nummer eins ist gleich die erste Überraschung: das Rathaus. Panoramaetage (22. Etage) in 100m Höhe, heißt es im Beschreibungstext, von der sich ein herrlicher Fernblick auf Essen und das Ruhrgebiet bietet.