Der niederländische Theatermacher Jan Ritsema (1945) arbeitete in unterschiedlichen Kontexten in zahlreichen europäischen Ländern, vornehmlich in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland. Ritsema setzt sich mit unterschiedlichen theatralen Formen auseinander: so führte er Regie bei Sprechtheaterrepertoire von Shakespeare, Koltès, Jelinek und vor allem Heiner Müller; er arrangierte Texte von u.a. James Joyce, Virginia Woolf, Rainer Maria Rilke für die Bühne – und er entwickelte mit Tänzern und Schauspielern genreübergreifende Performances. Darüber hinaus publizierte Ritsema über 400 Bücher mit dem ›International Theatre Bookshop‹ in Amsterdam, lehrte bei P.A.R.T.S. in Brüssel und gründete 2006 das ›PerformingArtsForum‹ in Frankreich nahe Reims, in dem in jedem Jahr bis zu 700 internationale Künstler arbeiten und sich austauschen. Sein ästhetisches Interesse gilt einem Theater, in dem sich Denken und Darstellen treffen. Ritsema interessiert sich nicht für die große Illusionsmaschine des Theaters, sondern für die körperliche Präsenz der denkenden Darsteller auf der Bühne und für die Offenheit und Ungewissheiten der Rückkopplungen zwischen Darstellern und Zuschauern.
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